Kurze Einführung in die Geschichte des indogenen Stammes der Kuna

Die indogenen Kuna, die sich in ihrer Stammessprache "Tule" (Menschen) nennen, leben seit etwa 150 Jahren größtenteils auf den zu Panama gehörenden San-Blas-Inseln (Kuna-Yala).

Ursprünglich lebten die Kuna auf dem Festland im nördlichen Kolumbien, doch Aufgrund von gesundheitlichen, klimatischen und wirtschaftlichen Gründen siedelten sie um auf die vorgelagerten Inseln von Panama. Von dort aus war der Handelsweg (Kokosnüsse und Schildkrötenpanzer) einfacher und es gab mehr Schutz vor den vielen Moskitos, die eine Krankheitsübertragungsgefahr darstellen. Ein kleiner Teil der Kuna-Indianer siedelte nicht um sondern blieb weiterhin auf dem Festland.

Zur der Zeit, als der Großteil der Kuna auf die Inseln umsiedelten gehörten sie unfreiwillig zu Kolumbien bzw. zu Panama. Sie einigten sich gemeinsam darauf, als gesamte indogene Gruppe der Regierung von Panama anzugehören, doch wurden die Forderungen und Verbote der Regierung von Panama ihnen gegenüber immer dreister. So wurde beispielsweise den Kuna-Frauen verboten, ihre traditionelle Kleidung zu tragen. Es gab organisierte Tanzabende zwischen Kuna-Frauen und Männern aus Panama, um möglichst viele Mischehen zu fördern und auf diese subtile Art die indogene Kultur zu verdrängen.

Im Jahre 1925 schlossen sich die Kunas zu einer Revolution gegenüber Panama zusammen, erreichten schließlich ihre Unabhängigkeit und errichteten ein bis heute bestehendes eigenes demokratisches Parlament. 

Seit langer Zeit versuchen die Kuna ihre alten Traditionen zu bewahren, sich jedoch nicht komplett von der Außenwelt abzuschotten. Es gibt einige Schulen, in denen unter anderem auch Spanisch unterrichtet wird, so dass es für die Kuna möglich ist, weiterhin am Handelsleben teilzunehmen. Die Kuna gehören zu dem - vermutlich - einzigen indogenen Stamm, der weiterhin wächst. Nach unserem Wissen konnte keine andere indogene Volksgruppe ihre Traditionen und ihre Kultur im letzten Jahrhundert so erfolgreich schützen. 

Dennoch wird die westliche Welt in dem Leben der Kuna immer präsenter, mittlerweile gibt es auch vereinzelt Internet und Handys in dem ansonsten technik- und stromfreien Alltag. Ein neues Problem der Insel-Kuna ist der steigende Meeresspiegel verringert, der den Lebensraum der Menschen auf den Kuna-Yalas kontinuierlich jedes Jahr verringert.